Was bedeutet das Loki Finale für das Marvel Cinematic Universe?

Tom Hiddleston als Loki

Das Finale der ersten Staffel der Disney Plus-Serie Loki hat einige Fragen aufgeworfen, die auch die weitere Zukunft des Marvel Cinematic Universe betreffen. Nicht ohne Grund hat Marvel bereits eine zweite Staffel für Loki angekündigt.

Daher versuchen wir das Loki-Finale und seine Ereignisse einzuordnen und auch einen Ausblick darauf zu geben, was es für die weitere Zukunft des Marvel Cinematic Universe bedeuten können.

Wer das Staffelfinale von Loki noch nicht gesehen hat, sollte sich daher bewusst sein, dass folgend massive Spoiler aufgegriffen werden.

SPOILER-Warnung: Das passiert im Finale von Loki

In der sechsten Folge Für alle Zeit. Immer erreichen die Loki-Variante und Sylvie das Ende des Zeitstrangs. Dort treffen sie auf die Person, die für die TVA und die Erhaltung des Wahren Zeitstrahls verantwortlich ist. Dieser hört auf den Namen Jener Der Bleibt (im Original: He Who Remains). Er erzählt, dass sich schon seit vielen Jahrtausenden in dem Schloss am Ende der Zeit aufhält.

Gegenüber Loki und Sylvie verrät, dass er eine Variante eines Wissenschaftlers ist, der herausfand, dass es mehrere Universen und Zeitlinien gibt. Weitere Varianten seiner selbst, fanden dies zum gleichen Zeitpunkt heraus. Während die Varianten sich zu Anfang friedlich untereinander verhielten und ihr Wissen miteinander austauschten, entstand unter den Varianten mit der Zeit ein Universen umspannender Krieg. Um die komplette Zerstörung der Multiversen zu verhindern, erschuf Jener der Bleibt schließlich die TVA und den Wahren Zeitstrahl.

Loki und Sylvie vor dem Schloss

Schließlich stellt er Loki und Sylvie vor eine schwierige Wahl: Entweder können sie fortan die Bewahrung des Wahren Zeitstrahls übernehmen. Oder sie rächen sich an ihm dafür, dass er ihnen und vielen anderen Varianten den freien Willen genommen hat. Damit riskieren sie aber auch, dass sich der Wahre Zeitstrahls unkontrolliert teilt. Zudem müssen sie dann befürchten, dass seine Varianten erneut ein Krieg zwischen den Universen entfachen. Während Loki dies verhindern möchte, ist Sylvie nach wie vor von ihren Rachegelüsten besessen. Nach dem lang ausstehenden Kuss zwischen den beiden, schickt Sylvie Loki fort und tötet den Zeithüter.

Loki findet sich daraufhin in der TVA wieder und beobachtet auf den Monitoren wie sich der Zeitstrahl in viele unterschiedliche Zweige abspaltet. Als er auf Mobius trifft, muss er feststellen, dass er sich nicht mehr auf dem Wahren Zeitstrahl befindet, sondern nun in einem anderen Universum gelandet ist.

Wer ist Jener der Bleibt?

Zunächst die offensichtlichste Frage: Wer ist der Mann, der sich Jener der Beleibt nennt? Einen Hinweis gibt der von Jonathan Mayors gespielte Strippenzieher bereits selbst. So sagt er, dass er unter anderem auch schon Eroberer genannt wurde. Ein klarer Hinweis darauf, dass es sich hierbei um Kang, den Eroberer handeln könnte.

So ganz einfach ist es dann aber auch nicht. So scheint es sich bei dieser Inkarnation, um eine Mischung verschiedener Figuren zu handeln. Jener der Bleibt ist in den Comics tatsächlich eine auftauchende Figur, die dort der letzte Direktor der TVA ist. Seine Kleidung ähnelt hingegen der von Immortus, wie Comicbook.com analysiert. Immortus ist in den Comics eine Variante von Kang, die unter dem Befehl der Zeithüter die Zeitlinie schützt. Wie schon so häufig, scheint Marvel hier die Eigenschaften verschiedener Comic-Figuren für das Marvel Cinematic Universe miteinander zu vermischen.

Allerdings ist Jonathan Mayors Anwesenheit bereits Beweis genug dafür, dass es sich um Kang handelt. Bereits 2019 wurde Mayors für Ant-Man and the Wasp: Quantumania als Kang gecasted. Spätestens hier werden wir Kang also wiedersehen.

Das bedeutet das Loki Finale für das Marvel-Universum

Mit dem Finale der ersten Staffel von Loki ist nun das passiert, was sich bereits seit einiger Zeit im Marvel Cinematic Universe abgezeichnet hat. Dadurch dass die Wahre Zeitlinie nicht mehr beschützt wird, sind dem Multiversum keine Grenzen mehr gesetzt. Unter den Fans setzt sich bereits der Begriff Marvel Cinematic Multiversum durch.

Vermutlich deswegen werden wir auch als nächstes die Serie What If…? im Marvel Cinematic Universe sehen. Denn diese Serie setzt sich damit auseinander, was in alternativen Zeitsträngen des MCUs passiert sein könnte.

Der große Wendepunkt im Staffel-Finale von Loki ist aber auch eine wichtige Ausgangslage für weitere Marvel-Projekte, auf die Fans gespannt warten.

Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Bislang wurde davon ausgegangen, dass der zweite Doctor Strange-Film das Marvel Cinematic Multiverse starten würde. Das legt schon der Filmtitel offen. Wie es scheint, wird nicht nur WandaVision einen erheblichen Einfluss auf den Film haben, sondern auch die Ereignisse aus Loki. Ersten Gerüchte zufolge, könnte sich Tom Hiddleston sogar Benedict Cumberbatch und Elizabeth Olsen anschließen und auch Teil des Films sein. Das berichtet zumindest der Hollywood Reporter.

Der Film könnte sich also direkt mit den Konsequenzen der Ereignisse aus Loki auseinandersetzen. Dafür spricht auch, dass Drehbuchautor Michael Waldron sowohl an Loki als auch der Doctor Strange-Fortsetzung mitwirkt. Waldron hat also damit die Fäden in der Hand, um beide Geschichten ideal aufeinander abzustimmen.

Ein gewisses Setup für den Film gab es übrigens bereits in Avengers Endgame. Dort warnte die Älteste (im Original: The Ancient One) Bruce Banner davor, was passieren könnte, wenn man die Infinity-Steine aus ihrer Realität entfernt und den Verlauf des Zeitstrahls durcheinander bringt.

Doctor Strange in the Multiverse of Madness ist die Fortsetzung von Doctor Strange und startet am 7. Mai 2022 in den deutschen Kinos. Benedict Cumberbatch spielt erneut Stephen Strange. Die Regie führt erneut Scott Derrickson.

Spider-Man: No-Way Home

Seit einigen Monaten halten sich die Gerüchte hartnäckig, dass der dritte Spider-Man-Filme mit Tom Holland eine Verbindung zu den Spider-Man-Filmen von Sam Raimi mit Toby Maguire und den Amazing Spider-Man-Filmen aufbauen könnte. Mit der Einführung des Multiversums ist das Unwahrscheinliche nun möglich geworden.

Laut den Gerüchten könnten Tobey Maguire und Andrew Garfield als ihre Spider-Man-Varianten im Film auftauchen, womit der Film eine ähnliche Ausrichtung wie der Animationsfilm Into the Spiderverse erhalten könnte. Auch Willem Dafoes Green Goblin und Alfred Molinas Doctor Octopus sollen angeblich zurückkehren. Zusammen mit den Spider-Man Varianten soll Tom Holland sich dann den Sinister Six stellen. Inwieweit dies schlussendlich auf den fertigen Film zutrifft, wird sich zeigen müssen.

Spider-Man: No Way Home ist der dritte und abschließende Teil der Spider-Man Trilogie mit Tom Holland. Der Film startet am 16. Dezember 2021 in den Kinos.

Ant-Man and the Wasp: Quantumania

Über Ant-Man and the Wasp: Quantumania ist bislang nur wenig bekannt. Seit der bereits angesprochenen Verpflichtung von Jonathan Mayors als Kang blicken Fans aber schon besonders gespannt auf diesen Film. Nach Avengers Endgame fehlt es dem Marvel Cinematic Universe bislang an einer nächsten, großen Bedrohung. Dies könnte nun tatsächlich Kang sein, wenn er auch traditionellerweise eine ganz andere Bedrohung darstellt, als etwa Thanos.

Loki hat bereits etabliert, dass viele unterschiedliche Varianten von Kang existieren. Nachdem Sylvie den Kang, den wir bislang kannten umgebracht hat, steht bereits fest, dass wir also in diesem Film eine oder gleich mehrere andere Versionen von ihm sehen werden. Ob diese allerdings gut oder böse gesinnt sind, wird sich erst noch zeigen müssen.

Ant-Man and the Wasp: Quantumania ist der dritte Teil der Ant-Man-Filmreihe. Der Film entsteht erneut unter der Regie von Peyton Reed. Paul Rudd wird erneut Scott Lang alias Ant-Man spielen, während Evangeline Lilly als Hope van Dyne alias The Wasp zu sehen sein wird. Der Film startet am 28. Juli 2023.

Fazit

Die Einführung des Multiversums ermöglicht Marvel in der Zukunft aber auch Freiheiten für andere spannende Geschichten und Zusammentreffen. Nach dem Abschluss der Infinity-Saga befindet sich das Marvel Cinematic Universe wie wir es bislang kannten, nun in Phase 4 an einem Wendepunkt, an dem sich alles ändern könnte. In welchem Ausmaß Marvel dies allerdings schlussendlich durchziehen wird, ohne die Zuschauer*innen zu stark zu verwirren und abzuschrecken, bleibt abzuwarten.

Da Loki bereits um eine zweite Staffel verlängert wurde, können wir davon ausgehen, dass die Serie auch zukünftig einen wichtigen Ankerpunkt im Multiversums-Wahnsinn einnehmen wird.


Loki ist eine Serie für den Streamingdienst Disney+. Tom Hiddleston spielt seine titelgebende Rolle. Die erste Staffel der Serie umfasst sechs Folgen und startete am 9. Juni 2021. Eine weitere Staffel wurde bereits bestätigt.

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